Nordkap Tag 23: Porsangerfjorden – Nordkap

Noch vor 6 Uhr breche ich zur letzten Etappe auf. Es geht auf der Küstenstraße weiter: links Felswand, rechts direkt das Meer. Irgendwann taucht dann der berüchtigte Nordkaptunnel auf. Erst geht es 3 km lang mit 9% Gefälle unter den Meeresgrund, dann 3 km mit 10% Steigung wieder an die Oberfläche. Spärliche Beleuchtung, dröhnende Lüftung und LKW die sich minutenlang anhören, als wären sie direkt hinter einem. Aber am Ende ist alles gar nicht so schlimm. In den Berichten, die ich vorher gelesen habe, hörte sich alles immer viele dramatischer an.

In Honningsvåg nutze ich die letzte Gelegenheit einzukaufen, dann beginnen die laut Reiseberichten „härtesten 30km Europas“. Tatsächlich geht es die meiste Zeit mit über 10% bergauf oder bergab. Doch das Ziel in greifbarer Nähe lässt einen die Strapazen vergessen. Auf den letzten Kilometern begleitet mich dann mit dem Auto angereister Bayer, er meint, dass ich einfach am Tickethäuschen vorbei fahren kann. Tatsächlich werde ich dann auch einfach durchgewunken und erreich kurz nach 13 Uhr das Nordkap.

Zunächst ist es noch relativ leer, doch gegen Abend kommen dutzende Reisebusse angefahren. Ich bedaure mal wieder die Menschen, die eingepfercht in diesen Blechbüchsen den ganzen Weg hier hoch gefahren sind. Nachdem ich bei wolkenlosem Himmel eine Mitternachtssonne wie aus dem Bilderbuch erlebt habe, lade ich mein Rad in einen Bus und fahre um 1 Uhr Nachts runter nach Honningsvåg. Dort schlafe ich im Bus, bis es morgens gen Süden geht.

Strecke: 107 km – Fahrzeit: 6:10 h – Höchstgeschwindigkeit: 67 km/h

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