Erfahrungsbericht Hilleberg Soulo

Das Hilleberg Soulo ist ein freistehendes 1-Personen-Zelt für den 4-Jahreszeiten-Gebrauch. Ich habe das Zelt meiner Tour zum Nordkap 2011 in Gebrauch und es seitdem auf vielen Touren im Einsatz gehabt.

Mein Anwendungsbereich

Das Zelt hat mit 2,4 kg ein für ein 1-Personen-Zelt relativ hohes Gewicht. Daher nutze ich es vor allem bei Touren, wo es nicht ganz so sehr darauf ankommt: mit dem Fahrrad, dem Kajak oder auch mal bei einer Familienfeiern, bei der es nicht genug Gästebetten gibt.

Die für mich wohl wichtigste Eigenschaft des Zeltes ist, dass es vollständig freistehend ist. Das bedeutet, dass ich (bei Windstille) nicht einen einzigen Hering zum Aufbau brauche. Auf Campingplätzen mag dies eher irrelevant sein, stellt beim Wildzelten jedoch einen enormen Vorteil dar. Bei Kajak-Touren durch die schwedischen Schären zum Beispiel erleichtert dies die Auswahl des Übernachtungsplatzes enorm, da ich das Zelt ohne größere Probleme auch auf Felsplatten aufstellen kann.

Eigenschaften

Der Aufbau des Zeltes ist wie von Hilleberg gewohnt einfach und schnell. Die Stangen werden in kurz Stangenkanäle gesteckt, das Außenzelt daran befestigt und schließlich eine Lüfterhauber ganz oben eingehängt. Zum Abspannen stehen an jeder der sechs Ecken zwei Leinen zur Verfügung, wobei eine davon noch um die Stange gewickelt wird, um eine höhere Stabilität zu erreichen. Insgesamt brauche ich für den Aufbau nur wenige Minuten.

Die Belüftung ist eine der besten, die ich je bei einem Vier-Jahreszeiten-Zelt gesehen habe. In den meisten Nächten bleibt das Innenzelt nahezu frei von Kondenswasser.

Die Stabilität des Zeltes ist bei vollständiger Abspannung sehr hoch. Auch bei hohen Windgeschwindigkeiten im Fjäll bewegt sich das Zelt kaum und das Außenzeltmaterial Kerlon 1200 hat mit 12 kg eine absolut ausreichende Weiterreißfestigkeit. Lediglich das bei ungünstigen Windrichtungen etwas laute Flattern des Zeltstoffes stört etwas.

In der Apside ist ausreichend Platz für vier Fahrrad-Packtaschen oder auch einen großen Rucksack und Wanderschuhe. Besonders gut gefällt mir, dass das Innenzelt auf ganzer Länge zur Apside hin geöffnet werden kann, was sehr angenehm ist, wenn man schon im Schlafsack liegt und noch irgendwas aus dem Rucksack kramen muss.

Das Innenzelt lässt sich vollständig aushängen, sodass man bei Regen einen großen trockenen Raum erhält. Zudem ermöglicht dies, das Innenzelt separat vom nassen Außenzelt zu verpacken. Beim nächsten Aufbau kann man dann das Außenzelt wie gewohnt aufbauen und danach das trockene Innenzelt einhängen. Besonders bei längeren Regenphasen hat mir dies schon sehr geholfen, meine Ausrüstung trocken zu halten.

Besonders diese vielen durchdachten Details gefallen mir besonders gut am Hilleberg Soulo. So ist über dem Eingang in der Lüfterhaube eine kleine Stofffalte integriert, die als Regenrinne dient, was verhindert, dass bei offener Tür das ablaufende Wasser ins Zelt gelangt.

Im Lieferumfang enthalten ist wie von Hilleberg gewohnt noch ein Ersatzsegment sowie eine Reperaturhülse für die Stangen, falls doch mal eine brechen sollte.

Fazit

Das Hilleberg Soulo zeichnet sich für mich vor allem durch die freistehende Konstruktion und die unglaubliche Stabiltität aus. Daher ist es für mich in  allen Bereiche, wo es nicht so sehr auf niedriges Gewicht sondern mehr auf Flexibilität ankommt, die erste Wahl. Ob dies den hohen Preis von momentan ca. 830 € rechtfertigt, muss dann jeder für sich entscheiden – ich habe den Kauf jedoch noch nie bereut.

 

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